.
Ticket-Hotline (02861) 7038586
Sprache: deutsch: | englisch:

Otto Schily dirigierte das Neujahrskonzert der Musiklandschaft Westfalen in Borken

Mit Gefühl und Schwung

Wortlos bestieg Schily immer wieder das Dirigentenpodest, denn den sprachlichen Part übernahm Intendant Dirk Klapsing. Ein besonderes Juwel des Abends war die Aufführung des A-Dur-Klavierkonzerts KV 488 von Wolfgang Amadeus Mozart. Der Komponist hatte bei der Uraufführung 1786 selbst den Solopart gespielt. In Borken brachte die Russin Daria Tschaikowskaja den Flügel und das Publikum in Schwingung.

Das mit Flöten, zwei Fagotten, zwei Hörnern, Klarinetten und Streichern besetzte Werk faszinierte bereits im Kopfsatz: Der gefühlvolle Auftakt des Klaviers im Allegro paarte sich bestens mit den Streichern, woraus sich eine heitere Melodie zusammen mit den Bläsern entwickelte.

Besonders fein und filigran arbeitete Tschaikowskaja am Flügel das Hauptthema im berühmten fis-Moll-Adagio heraus, bevor das Orchester ein Thema mit Flöte und zwei Klarinetten intonierte. Das Pizzicato-Zupfen der Streicher wurde von Schily zu noch weicheren und gedämpfteren Klangstrukturen geleitet. Kontrastreich ließ er dann den dritten Satz ausspielen, das schwungvolle Allegro assai des Final-Rondos.

Nach einer Umbauphase war das Orchester, in dem rund 40 Musiker aus 20 Nationen zusammenspielen, wieder unter sich – und seinem konzentriert arbeitenden Maestro. Ein akustischer Leckerbissen war die Pizzicato Polka von Johann Strauß Sohn, in der die Streicher brillierten. Zum klassischen Neujahrskonzert-Programm passten ebenfalls Strauß-Stücke wie der Russische und der Persische Marsch für die Regenten seiner Zeit.

Mit dem Auftritt des ungarischen Violinvirtuosen Jozsef Lendvay mit seiner Stradivari wurde Schily vor weitere Herausforderungen gestellt. Lendvays Interpretation der Zigeunerweisen op.20 des Spaniers Pablo de Sarasate riss das Publikum endgültig zu weiteren Stürmen der Begeisterung hin.

Gelöst genoss auch Schily am Ende zusammen mit dem Orchester die stehenden Ovationen der Besucher, die vom unvermeidlichen Radetzky-Marsch von Johann Strauß Vater belohnt wurden.

Zum Thema
Die Ausstellung der Künstlerin Julia Schily-Koppers ist im Mölndalsaal im Vennehof noch bis zum 14. Januar zu sehen (Di-Fr 15-18 Uhr, Sa/So 10-12 Uhr). Am Freitag, 12. Januar, wird um 16 Uhr eine öffentliche Führung angeboten. Gruppenführungen können ebenfalls gebucht werden: 0 28 61/ 93 92 43

© Westfälische Nachrichten, Foto: Wilfried Gerharz, abrufbar unter: http://www.wn.de/Muensterland/3115843-Mit-Gefuehl-und-Schwung-Otto-Schily-dirigierte-das-Neujahrskonzert-der-Musiklandschaft-Westfalen-in-Borken